GEMEINSAM GEGEN GEWALT
16 Aktionstage im Bregenzerwald
„Orange the World“ macht heuer erneut im Bregenzerwald Halt, um ein klares Signal gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen. Dafür haben sich verschiedene Organisationen zusammengeschlossen: das FMH Frauenmuseum Hittisau, das Gewaltschutzzentrum Vorarlberg, die ifs Frauenberatungsstelle bei sexueller Gewalt, die ifs Frauennotwohnung, das Kulturbüro der Regio Bregenzerwald und die Initiative „Der Bregenzerwald lässt kein Kind zurück“. Die Aktionstage starten am 25. November 2025 und dauern 16 Tage, in denen ein starkes öffentlichen Zeichen für ein gewaltfreies Miteinander gesetzt wird. Während dieser Zeit werden verschiedene Aktivitäten stattfinden, die die Bedeutung eines sicheren und gewaltfreien Lebensumfeldes betonen.
Veranstaltung und Podiumsdiskussion
Am Dienstag, den 2. Dezember 2025 laden wir im Rahmen der Aktion zu einer Veranstaltung ins Frauenmuseum in Hittisau zum Thema „Häusliche Gewalt im Alter – Tabu und Realität“ mit anschließender Podiumsdiskussion.
Vor kurzem wurde die Studie „Partnergewalt gegen ältere Frauen“ von Dr.in Birgit Haller und Helga Amesberger präsentiert. Sie gewährt einen tiefen Einblick in die Lebensrealität von Frauen ab 60 Jahren, die Gewalt in Partnerschaften erfahren. Die Befragungen zeigen, dass sich Formen und Wahrnehmungen dieser Gewalt markant von jenen jüngeren Frauen unterscheiden: Viele Betroffene sehen körperliche Übergriffe als einzige Form von Gewalt, empfinden Misshandlungen als persönliches Scheitern und wenden sich daher selten an medizinische oder psychologische Hilfsangebote. Häufig bestehen zudem starke wirtschaftliche Abhängigkeiten, die ein Herauskommen aus den oft jahrzehntelangen Gewaltbeziehungen erschweren. In ihrem Vortrag wird Dr.in Birgit Haller die zentralen Ergebnisse dieser Studie vorstellen und aufzeigen, welche besonderen Herausforderungen sich daraus für Prävention, Unterstützung und gesellschaftliche Sensibilisierung ergeben.
In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Fachleuten aus Beratung, Opferschutz, Bildung, Polizei und Gesundheitswesen werden die Auswirkungen von Gewalt beleuchtet. Diskutiert wird, welche praktischen Ansätze und Handlungsoptionen in Prävention und Unterstützung hilfreich sind.
Die Veranstaltung wird von Stefania Pitscheider Soraperra (Frauenmuseum Hittisau) moderiert und verspricht tiefe Einblicke und konstruktive Ansätze für die Prävention und das Handeln in Krisensituationen.
Unterstützungsangebote für Betroffene
Die Zahl der Betretungs- und Annäherungsversuche ist in Vorarlberg in den vergangenen Jahren gestiegen. Waren es im Jahr 2020 rund 425 Betroffene so ist die Zahl mittlerweile auf über 540 gestiegen. Beratung für Betroffene im Bregenzerwald wird durch das Gewaltschutzzentrum Vorarlberg an deren Regionalstelle in Egg angeboten. Personen, die Gewalt erfahren, erhalten dort passgenaue Hilfe und Unterstützungsangebote. Ziel ist es, ihren Schutz und ihre Sicherheit zu erhöhen und sie in ein Leben ohne Gewalt zu begleiten.