e5-Zertifizierung 2025

Am 6. November 2025 wurden elf Vorarlberger Gemeinden im Kulturhaus Dornbirn im Rahmen der jährlichen Zertifizierungsfeier des e5-Programms für energieeffiziente Gemeinden für ihre erfolgreichen Maßnahmen und Projekte im Bereich Klima- und Umweltschutz von Landesrat Daniel Allgäuer ausgezeichnet.

Seit 27 Jahren setzen Gemeinden im Rahmen des e5-Programms wichtige Energie- und Klimaschutzziele um, wie zum Beispiel durch den Ausbau erneuerbarer Energien, Energieeffizienz-Projekte oder eine umweltfreundliche Mobilität. Aktuell nehmen 49 von 96 Vorarlberger Gemeinden am e5-Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden teil.

Neuorientierung des e5-Programms mit Fokus auf Wirkung

Im Jahr 2025 wurde das e5-Programm einer Neuausrichtung unterzogen. Der Fokus der gesetzten Maßnahmen der Gemeinden liegt noch stärker auf der „Wirkung“, dazu zählen messbare Ziele und Beiträge der Gemeinde zur größeren Zielsetzung der Energieautonomie.

„Das e5-Programm ist eine langfristige Strategie für Gemeinden. Mit den neuen Bewertungskriterien werden künftig die Wirkung und Zielerreichung der Gemeinden noch deutlicher messbar. Wir wollen nicht nur einzelne Maßnahmen umsetzen, sondern in vielen Bereichen Verbesserungen anstoßen. So wird das e5-Programm noch stärker zu einem wirksamen Werkzeug für die Gemeindeentwicklung“, so Gregor Sellner, e5-Programmleiter im Energieinstitut Vorarlberg.

 „4e“ für Gemeinde Langenegg

Die Gemeinde Langenegg ist bereits seit 1998 als eine der ersten Gemeinden dem e5-Programm beigetreten und seit 2010 zusätzlich auf der regionalen Ebene in der Energieregion Vorderwald aktiv. Aushängeschilder der Gemeinde sind beispielsweise ein mustergültiger Gebäudebestand nach Passivhausstandard zum Beispiel beim Kindergarten, Dorfladen oder Café sowie die vollständige Umstellung auf nachtabgesenkte LED-Straßenbeleuchtung. Ein wichtiges Anliegen ist der Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Mit der Sanierung des Nahwärmenetz wurden sämtliche kommunale Gebäude bereits im Jahr 2019 auf eine nachhaltige erneuerbare Wärmeversorgung umgestellt. Damit zählt Langenegg zu jenen wenigen Gemeinden Vorarlbergs, deren Gebäude und Anlagen inklusive der Spitzenlast schon fossilfrei sind. Im vergangenen Jahr wurde in Langenegg zudem der einstimmige Beschluss zu MissionZero für eine klimaneutrale Verwaltung gefasst. Ziel ist, die kommunalen CO2 Emissionen aus der Energieversorgung und der Mobilität zu vermeiden. Im Bereich der umweltfreundlichen Mobilität, insbesondere beim Radverkehr, hat die Gemeinde im Zuge des regionalen Radroutenkonzepts bereits die Grundlagen für die beiden zentralen Radwegeverbindungen in die Nachbargemeinden Lingenau und Krumbach ausgearbeitet, deren Finanzierung ist noch ausständig.

Erfolgsgeschichte EEG Vorderwald

Der Verein „EEG Vorderwald“ wurde im Jahr 2021 von Langenegg, Hittisau und Sibratsgfäll gegründet. Ziel des Vereins ist es, den Ökostromausbau in der Region zu unterstützen. In den vergangenen Jahren wurden die Grundlagen für eine Öffnung für Private und Unternehmen geschaffen. Mittlerweile hat sich die EEG Vorderwald unter der Marke „Wälderstrom“ als wichtiges Instrument zum Stromteilen in der Energieregion Vorderwald etabliert und wird von mehr als 100 Mitgliedern genutzt – neben den neun Vorderwälder Gemeinden auch von Bürger*innen, Unternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben. Damit möglichst viel produzierter Strom auch gleich innerhalb der Wälderstrom-Gemeinschaft verbraucht wird, hat die EEG Vorderwald als Pilotprojekt das erste Lastmanagement beim Trinkwasserpumpwerk Lingenau gestartet: So sollen Stromverbraucher künftig nur dann zugeschaltet werden, wenn ein Stromüberschuss in der Gemeinschaft herrscht.

„Mit unseren Ressourcen und unserer Umwelt verantwortungsvoll umzugehen, das ist der Gemeinde Langenegg ein großes Anliegen. Als e5-Gemeinde sehen wir es daher als unsere Aufgabe unsere Bürger*innen für eine nachhaltige Zukunft zu sensibilisieren, zu begeistern und zu beteiligen.“ so Thomas Konrad, Bürgermeister Langenegg

Factbox: Die Audit-Bewertungen 2025 im Detail

  Gemeinde 2025 Prozentpunkte*  
1 Weiler 2 e 41 % Erstzertifizierung
2 Sulzberg 3 e 52 %
3 Bludesch 3 e 52 %
4 Ludesch 3 e 52 %
5 Nüziders 3 e 52 %
6 Gaschurn-Partenen 3 e 54 %
7 Höchst 3 e 54 %
8 Hohenems 3 e 61 %
9 Langenegg 4 e 66 %
10 Wolfurt 5 e 78 %
11 Mäder 5 e 80 %


* Die Gemeinden werden im Rahmen der Zertifizierung alle vier Jahre einem Audit unterzogen. Dabei werden sechs Handlungsfelder (Entwicklungs- und Raumplanung, Gebäude & Anlagen, interne Organisation, Kommunikation & Kooperation,