Wohin mit meinen Gartenabfällen?

Auf den ersten Blick scheint das Ablagern von Gartenabfällen wie Rasenschnitt an Waldrändern oder Feldwegen harmlos, da es sich schließlich um verrottbare Abfälle handelt. Tatsächlich ist das Ablagern aber nicht nur illegal, sondern kann auch großen Schaden anrichten.

Warum ist das Ablagern von Grünabfall problematisch?
Grünschnitt enthält viele Nährstoffe, die durch das Ablagern lokal zur Nährstoffanreicherung führen. In der Folge breiten sich nährstoffliebende Pflanzen stark aus und verdrängen empfindliche Arten. In nährstoffarmen Lebensräumen wie Mooren oder Magerrasen kann schon ein einzelner Haufen Grünschnitt das empfindliche Gleichgewicht stören. Im Wald werden durch den Nährstoffüberschuss Mykorrhiza-Pilze zurückgedrängt. Diese bilden Lebensgemeinschaften mit Pflanzenwurzeln und schützen sie z.B. vor Trockenheit. Besonders problematisch ist das Entsorgen invasiver Neophyten – also Pflanzen, die nicht bei uns heimisch sind und sich stark ausbreiten. Dazu zählen etwa Drüsiges Springkraut, Japanischer Staudenknöterich, Kirschlorbeer und Schmetterlingsflieder. Diese Pflanzen können ganze Lebensräume verändern, Infrastruktur beschädigen und heimische Arten verdrängen. Zudem können durch große Mengen Grünabfall Fäulnis und Sauerstoffmangel entstehen, was Bodenprozesse und Gewässer belastet. Deshalb ist das Ablagern von Grün- und Gartenabfällen im öffentlichen Raum und somit auch in der Natur verboten.

Was kann ich tun?

  • Nutze die Gemeinde-Sammelstellen für Grün- und Gartenabfälle. Jeden ersten Freitag im Monat von 08:30 bis 11:30 Uhr und von 13:00 bis 17:00 Uhr beim Wertstoffhof in Langenegg. Gebühr für Grünabfall: 8,00 € pro 0,50 m3.
  • Sammle Speiseabfälle im Biomüll in den dafür vorgesehenen Bioabfallsäcken. Diese sind im Gemeindeamt und Dorfladen erhältlich. Entsorgung bei der
    Abfallinsel Bachhus an Werktagen von 08:00 bis 20:00 Uhr.
  • Kompostiere im eigenen Garten – sofern keine Neophyten enthalten sind. Diese haben teils sehr widerstandfähige Samen und Wurzelteile und sollten gesondert entsorgt werden, damit sie nicht keimen und austreiben und sich so weiter ausbreiten. Im Zweifelsfall im Restmüll entsorgen.

Autorin: Elisabeth Sohm, Naturpark Nagelfluhkette